Clubfridge Kasse bauen

Clubfridge-Kasse: fertig kaufen oder selbst bauen

Die Clubfridge-Kasse basiert auf günstiger, robuster Hardware. Geht im Vereinsalltag mal etwas kaputt, ist Ersatz schnell und für wenig Geld beschafft. Eine komplette Kasse kostet – je nach Ausstattung – rund 210–240 €an Hardware.

Es gibt zwei Wege zu eurer Kasse:

Der einfache Weg: Ihr bestellt die Komponenten über unsere fertige Einkaufsliste, ihr steckt alles in 20 Minuten zusammen. Kein Löten, kein Suchen. Danach SD-Karte reinstecken – läuft.

Der Bastler-Weg: Ihr wählt jede Komponente selbst, passt Gehäuse und Schloss genau an euren Kühlschrank an und habt volle Kontrolle.

Dieser Artikel beschreibt beide. Fangen wir mit dem einfachen an.

Der einfache Weg: die „fertige“ Kasse

Ihr wollt eine Clubfridge-Kasse, aber keine Lust, euch durch Bauteillisten zu wühlen? Genau dafür gibt es die folgende kuratierte Einkaufsliste. Damit bestellt ihr in wenigen Klicks alles, was ihr braucht – beim Fachhändler (in den meisten Fällen ist das die Firma Reichelt), mit dessen Rechnung, dessen Gewährleistung und schnellem Versand.

Die Software-Einrichtung übernehmen wir: Ihr bekommt eine fertig bespielte SD-Karte, steckt die Teile zusammen und seid startklar.

### Schritt 1: Komponenten bestellen

#Komponenteca. PreisHinweis
1Raspberry Pi 5 (4GB)~65 €das Rechenherz der Kasse
2Offizielles 27W USB C Netzteil~12 €keines Falls ein Billignetzteil nehmen!
3Raspberry Pi Touch Display 2 (7 Zoll)~75 €Der Touchscreen
4Gehäuse mit Standfuß (Pi 5 + Display 2) oder das hier~20 €Hält alles zusammen. Alternative: siehe unten
5Micro-SD-Karte (32 GB)~8 €SanDisk / Samsung nehmen!
6USB RFID Leser (125kHz)~12 €Für die Mitglieder-Chips
7Barcode Scanner~18 €für die Produkt-Barcodes
Hardware gesamt~210-240 €
8Optional: Kühlschrankschloss~10-40 €siehe unten

**Wo bestellen?**

Die Hauptkomponenten 1–5 bekommt ihr gebündelt bei Reichelt (nein, ich bekomme keinen Cent für diese Empfehlung). Auch Berrybase ist ein guter „one-stop-shop“ für die Komponenten.

Tipp: Es gibt fertige Pi-5-Bundles, die Pi, Netzteil, Gehäuse und SD-Karte zusammenfassen – achtet dann darauf, dass das Gehäuse das **Touch Display 2** aufnimmt.

Den **RFID-Leser** und den **Barcode-Scanner** (Komponenten 6 und 7) findet ihr am einfachsten bei Amazon oder eBay:

RFID-Leser: Suchbegriff „USB RFID Reader 125 kHz EM4100″. Ihr braucht einen einfachen Leser, der sich wie eine Tastatur verhält (er „tippt“ die Chip-Nummer ein) – kein Treiber nötig.

Barcode-Scanner: Suchbegriff „USB Barcode Scanner EAN Handscanner“. Ebenfalls Tastatur-Emulation.

### Schritt 2: Software einrichten

Sobald die Teile da sind, kommt die Clubfridge-Software auf die SD-Karte. Das geht ganz einfach – die genauen Schritte findet ihr in unserer Anleitung zur SD-Karte. Oder ihr überlasst uns die Einrichtung komplett und bekommt eine fertig bespielte Karte.

### Schritt 3: Zusammenbauen

Das dauert keine 20 Minuten und braucht nur einen kleinen Schraubendreher. Es muss **nichts gelötet** werden.

1. **SD-Karte einsetzen** – die fertige Clubfridge-SD-Karte in den Slot an der Unterseite des Pi schieben.

2. **Pi auf das Display schrauben** – den Pi mit den vier mitgelieferten Schrauben auf die Rückseite des Touch Display 2 setzen.

3. **Flachbandkabel verbinden** – das Display-Kabel vorsichtig in den Anschluss klicken. Die Flachbandstecker sind empfindlich, also nicht verkanten.

4. **Alles ins Gehäuse setzen** – die Display-Pi-Einheit ins Gehäuse einsetzen und die Rückwand schließen.

### Schritt 4: Anschließen und starten

RFID-Leser und Barcode-Scanner in zwei freie USB-Ports stecken, zuletzt das Netzteil anschließen. Beim ersten Start einmal das WLAN einrichten und in der Clubfridge-Verwaltung eine neue Kasse anlegen – fertig.

Tipp: Ihr wollt Clubfridge erstmal ganz ohne Kasse ausprobieren? Mit dem digitalen Bierdeckel buchen eure Mitglieder Getränke direkt vom Handy – komplett ohne Hardware.

Clubfridge-Kasse im Metallgehäuse in der Vereins-Bar des Clubfridge-Autors

## Der Bastler-Weg: jede Komponente selbst wählen

Wer Lust auf Hardware hat, kann jede Komponente einzeln aussuchen und die Kasse genau an den eigenen Verein anpassen. Hier die Details zu jedem Bauteil.

Mit Clubfridge V2 ist die Installation kinderleicht: Erzeugt euch eine SD-Karte mit dem aktuellen Raspberry Pi OS – am besten mit dem [Raspberry Pi Imager](https://www.raspberrypi.com/software/) (für Mac, Windows und Linux). Nehmt die aktuelle Version „trixie“ und achtet darauf, die Variante mit Desktop zu wählen. Oft steht das Touch-Display anfangs auf dem Kopf; das Internet ist voll von Anleitungen zum Drehen – probiert zuerst [diese hier](https://pimylifeup.com/raspberry-pi-rotate-screen/).

Wenn der Pi läuft, registriert euch bei Clubfridge. Ihr bekommt eine Bestätigungsmail (Spam-Ordner checken) und landet anschließend in „eurer“ Clubfridge-Verwaltung – merkt euch die URL. Legt dort als Erstes eine Kasse an, klickt in der Kassenübersicht auf den „Schraubenschlüssel“ und folgt der Anleitung. Damit holt ihr die Kassen-Software auf euren Pi.

### Raspberry Pi

Der Raspberry Pi ist ein kleiner Einplatinencomputer, der hervorragend unter Linux läuft. Ein Pi 3 reicht für Clubfridge eigentlich locker – die meiste Zeit macht der Rechner ja nichts. Neu setzen die meisten heute auf einen Pi 5; achtet in jedem Fall auf ein kräftiges Netzteil, denn ein Pi zieht für seine Größe erstaunlich viel Strom. Ein „rumliegendes“ USB-Netzteil führt oft zu sporadischen Abstürzen.

### Touch-Screen

Es gibt unzählige Touchscreens für den Pi, und praktisch jeder lässt sich mit Clubfridge zum Laufen bringen. Das offizielle **Raspberry Pi Touch Display 2** ist die zuverlässigste Wahl – es läuft ohne Treiberinstallation. Mit rund 75 € ist es die teuerste Einzelkomponente. Der Anschluss ist simpel, aber seid vorsichtig mit den Flachbandsteckern – die macht man schneller kaputt, als einem lieb ist.

**Wichtig:** Das Touch Display 2 hat andere Abmessungen als das alte Display. Ältere Gehäuse passen nicht mehr – nehmt eines, das ausdrücklich für **Pi 5 + Touch Display 2** ausgewiesen ist.

### Gehäuse

Gehäuse für den Pi gibt es wie Sand am Meer. Für den aufrechten Betrieb eignen sich Hochkant-Gehäuse, für einen flachen, schrägen Aufbau (wie ein Kassenterminal) eher Pultgehäuse. Achtet darauf, dass das Gehäuse zur Kombination Pi 5 + Touch Display 2 passt (siehe Links oben). Solche Gehäuse liegen meist zwischen 30 € und 40 €.

### microSD-Karte

Der Pi läuft komplett von einer microSD-Karte. 32 GB reichen; Markenware (SanDisk, Samsung) hält im Dauerbetrieb deutlich länger als No-Name-Karten.

### Bundles

Oft gibt es Touchscreen, Gehäuse, SD-Karte, Pi und Netzteil als Paketangebot. Ein wenig Stöbern bei den üblichen Online-Läden spart manchmal ein paar Euro – aber prüft die Gehäuse-Kompatibilität mit dem Touch Display 2.

### RFID-Leser

Für den Einsatz am Pi kommt jeder einfache, USB-basierte RFID-Leser in Frage, der sich wie eine Tastatur verhält. Preislich liegen die zwischen 10 € und 15 €. Einfach in einen USB-Port stecken – kein Treiber nötig.

**Achtung:** Normalerweise könnt ihr die auf den Chip gedruckte Zeichenkette direkt als Schlüssel-ID in Clubfridge (oder Vereinsflieger) verwenden. Manche Hersteller kodieren die Chips aber anders. Darum: Wann immer ihr eine neue Ladung Chips bestellt, schließt zuerst einen Leser an einen PC an, öffnet einen Texteditor und haltet einen Chip dran. Dann seht ihr sofort, was ausgegeben wird.

### Barcode-Scanner

Praktisch alle Waren im Vereinsheim sind Standardprodukte mit EAN-Code. Für die wenigen Produkte ohne Barcode (Tasse Kaffee, Stück Kuchen, Übernachtung) könnt ihr euch schnell selbst Barcodes anlegen und in Kassennähe auslegen – etwa über einen [Barcode-Generator](https://barcode.tec-it.com/de/EAN13?data=299136950004). USB-Barcode-Scanner liegen bei 15 € bis 20 € und werden ebenfalls einfach in einen USB-Port gesteckt.

### Tastatur (nur zum Einrichten)

Für den Betrieb von Clubfridge braucht ihr keine Tastatur. Fürs Einrichten – vor allem für die WLAN-Anbindung – ist eine USB-Tastatur (plus Maus) aber sehr hilfreich.

### Kühlschrankschloss

Clubfridge kann einen Kühlschrank (oder jeden Schrank) ent- und verriegeln. Am einfachsten und ganz ohne Bastelei geht das mit einem WLAN-Schalter:

**Tasmota-basierter WLAN-Schalter** (z. B. Nous A1T) oder ein **Shelly-Schalter** (z. B. Shelly 1 Mini Gen 4). Beide kosten rund 20 € und brauchen keine GPIO-Verkabelung.

Alternativ – für Bastler – ein **2-Kanal-Relaisboard** (um die 6 €, oft im 4er- oder 5er-Pack für unter 10 €). Das Relais muss an GPIO-Port 17 hängen. Für den Anschluss an die GPIO-Leiste könnt ihr löten oder einen Satz Jump-Wires verwenden. Bei einem Hochkant-Gehäuse braucht ihr für das Relais noch ein kleines Extragehäuse.

Nachträglich an einem kommerziellen Kühlschrank angebrachtes Schloss, das Clubfridge öffnet/schließt

### Schloss

Passend zum Relais braucht ihr ein elektrisches Schloss für den physischen Schließvorgang. Welches passt, hängt stark vom Aufbau eures Kühlschranks ab – hier ist etwas handwerkliche Kreativität gefragt. Die meisten passenden Schlösser liegen bei 10 € bis 20 € (zzgl. Netzteil). **Hinweis:** Schlösser, die im geschlossenen Zustand Strom verbrauchen, werden oft warm – bedenkt das beim Einbau.

**Fragen zur Hardware oder zur Einrichtung?** Meldet euch über das [Kontaktformular](https://clubfridge.com/kontakt/) – wir helfen euch, die richtige Kombination für euren Verein zu finden.

*Hinweis: Die genannten Preise sind unverbindliche Orientierungswerte (Stand 05/2026) und können beim Händler abweichen. Die verlinkten Shops sind unabhängige Anbieter; Kauf, Lieferung und Gewährleistung erfolgen direkt über den jeweiligen Händler.*