Raspberry Pi als Vereinskasse bauen – Anleitung & Kosten 2026

Eine eigene Kasse für das Vereinsheim klingt komplizierter als es ist. Mit einem Raspberry Pi, einem Touchscreen und ein paar günstigen USB-Geräten baut ihr in einem Nachmittag eine vollwertige digitale Getränkeverwaltung – für unter EUR 200,-. In Kombination mit Clubfridge erkennt sie Mitglieder per RFID, scannt Barcodes und kann sogar den Kühlschrank auf- und zuschließen.

Diese Anleitung zeigt, welche Hardware ihr braucht, was sie kostet und wie die Installation läuft.


Wie die RFID-Kasse Eure digitale Getränkeverwaltung realisiert

Die fertige Clubfridge-Kasse ist eine vollwertiges digitale Getränkeverwaltung für das Vereinsheim:

  • Mitglieder identifizieren sich per RFID-Chip (Schlüsselanhänger oder Vereinsausweis)
  • Produkte werden per Barcode-Scanner erfasst oder auf dem Touchscreen ausgewählt
  • Buchungen werden automatisch in der Cloud gespeichert
  • Optional: Kühlschrankschloss öffnen und schließen per Relais oder Wifi-Schalter
  • Verwaltung und Abrechnung laufen komplett über den Browser – von überall

Die Hardware im Überblick

Raspberry Pi (~EUR 50,-)

Das Herzstück der Kasse. Ein Raspberry Pi 3 reicht für Clubfridge vollkommen aus – die meiste Zeit macht der Rechner ja gar nichts. Einen Pi 4 oder Pi 5 könnt ihr natürlich auch nehmen, ist aber nicht nötig.

Wichtig: Der Pi braucht ein ordentliches Netzteil. Billige USB-Netzteile liefern oft nicht genug Strom und führen zu merkwürdigen Abstürzen. Das originale Raspberry Pi Netzteil (~EUR 10,-) ist hier die richtige Wahl.

Der PI ist ein einfacher Einplatinencomputer.

Touchscreen (~EUR 80,-)

Der originale Raspberry Pi 7-Zoll-Touchscreen ist die zuverlässigste Wahl – er läuft auf Anhieb mit dem Pi, ohne Treiberinstallation. Mit ca. EUR 80,- ist er die teuerste Einzelkomponente, aber es gibt günstigere Alternativen ab ca. EUR 40,-, die ebenfalls funktionieren.

Der Anschluss an den Pi ist simpel. Achtet auf die Flachbandstecker – die sind empfindlich.

RFID-Leser (~EUR 10-15,-)

Jeder günstige USB-basierte RFID-Leser funktioniert. Er wird einfach in einen USB-Port des Pi gesteckt und verhält sich wie eine Tastatur. Keine Treiberinstallation nötig.

Tipp: Wenn ihr eine neue Ladung RFID-Chips bestellt, testet einen davon zuerst. Manche Hersteller kodieren die Chips anders als erwartet. Einfach den Leser an einen PC anschließen, einen Texteditor öffnen und den Chip ranhalten – dann seht ihr, was der Leser ausgibt.

Einfacher USB RFID Scanner

Barcode-Scanner (~EUR 15-20,-)

Auch hier reicht ein einfacher USB-Barcode-Scanner. Praktisch alle Vereinsheimprodukte (Bier, Softdrinks, Snacks) haben einen EAN-Barcode. Für Produkte ohne Barcode (Kaffee, Kuchen, Übernachtung) könnt ihr euch selbst Barcodes generieren und ausdrucken.

Ein €18,- Barcode USB Scanner

microSD-Karte (~EUR 10,-)

Der Pi bootet von einer microSD-Karte. Mindestens 8 GB, besser 16 GB. Eine gute Markenqualität (SanDisk, Samsung) verlängert die Lebensdauer deutlich – billige No-Name-Karten können nach einigen Monaten Dauerbetrieb ausfallen.

Gehäuse (~EUR 10-20,-)

Für den aufrechten Betrieb eignet sich ein Hochkant-Gehäuse speziell für den Pi mit 7-Zoll-Screen. Für einen eher flachen, schrägen Aufbau (wie ein Kassenterminal) sind Pultgehäuse besser geeignet.

Optional: Kühlschrankschloss (~EUR 20-40,-)

Wer den Kühlschrank absichern möchte, hat zwei Möglichkeiten:

  • Relaisboard (~EUR 6,-): direkt an die GPIO-Leiste des Pi angeschlossen, steuert ein elektrisches Schloss (~EUR 10-20,-). Erfordert etwas Lötarbeit oder Jump Wires.
  • Wifi-Schalter (z.B. Shelly 1 Mini oder Nous A1T, ~EUR 20,-): kabellos, keine GPIO-Bastelei nötig. Einfacher einzurichten.

Gesamtkosten im Überblick

KomponenteKosten
Raspberry Pi 3~EUR 50,-
Touchscreen (7 Zoll)~EUR 80,-
RFID-Leser~EUR 12,-
Barcode-Scanner~EUR 18,-
microSD-Karte~EUR 10,-
Gehäuse~EUR 15,-
Netzteil~EUR 10,-
Gesamt~EUR 195,-

Optional Kühlschrankschloss: +EUR 20-40,-


Software-Installation: So läuft es ab

Die Installation der Clubfridge-Kassen-Software ist mit Version 2 deutlich einfacher geworden:

  1. Raspberry Pi OS installieren: Mit dem Raspberry Pi Imager eine SD-Karte mit der aktuellen Version „trixie“ (mit Desktop) erstellen.
  2. Pi einrichten: Touchscreen, RFID-Leser und Barcode-Scanner anschließen, Pi starten, WLAN einrichten.
  3. Touchscreen ausrichten: Oft ist das Display anfangs auf dem Kopf. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen zum Drehen des Displays – meist reicht eine einzeilige Änderung in der Konfigurationsdatei.
  4. Bei Clubfridge registrieren: Unter app.adminv2.clubfridge.com/register einen Account anlegen.
  5. Kasse anlegen: In der Clubfridge-Administration eine neue Kasse anlegen und auf den Schraubenschlüssel klicken – die Software wird automatisch auf den Pi heruntergeladen und eingerichtet. Auf einem Pi 3 dauert das ca. 10-15 Minuten.

Lohnt sich der Selbstbau für eine digitale Getränkeverwaltung?

Ja – aus zwei Gründen. Erstens ist die Hardware günstig und im Defektfall leicht zu ersetzen. Ein kaputtgegangener RFID-Leser kostet EUR 12,- und ist in zwei Tagen geliefert. Zweitens ist die Kasse genau auf eure Bedürfnisse anpassbar: Größe, Gehäuse, Schloss – ihr entscheidet.

Wer keine Lust auf Hardware hat, kann Clubfridge übrigens auch komplett ohne Kasse nutzen – Mitglieder buchen dann über den digitalen Bierdeckel auf dem Handy.

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Dieser Artikel wurde von Clubfridge verfasst – der digitalen Getränkeverwaltung für Vereine.