Eine eigene Kasse für das Vereinsheim klingt komplizierter als es ist. Mit einem Raspberry Pi, einem Touchscreen und ein paar günstigen USB-Geräten baut ihr in einem Nachmittag eine vollwertige digitale Getränkeverwaltung – für unter EUR 200,-. In Kombination mit Clubfridge erkennt sie Mitglieder per RFID, scannt Barcodes und kann sogar den Kühlschrank auf- und zuschließen.
Diese Anleitung zeigt, welche Hardware ihr braucht, was sie kostet und wie die Installation läuft.
Wie die RFID-Kasse Eure digitale Getränkeverwaltung realisiert
Die fertige Clubfridge-Kasse ist eine vollwertiges digitale Getränkeverwaltung für das Vereinsheim:
- Mitglieder identifizieren sich per RFID-Chip (Schlüsselanhänger oder Vereinsausweis)
- Produkte werden per Barcode-Scanner erfasst oder auf dem Touchscreen ausgewählt
- Buchungen werden automatisch in der Cloud gespeichert
- Optional: Kühlschrankschloss öffnen und schließen per Relais oder Wifi-Schalter
- Verwaltung und Abrechnung laufen komplett über den Browser – von überall
Die Hardware im Überblick
Raspberry Pi (~EUR 50,-)
Das Herzstück der Kasse. Ein Raspberry Pi 3 reicht für Clubfridge vollkommen aus – die meiste Zeit macht der Rechner ja gar nichts. Einen Pi 4 oder Pi 5 könnt ihr natürlich auch nehmen, ist aber nicht nötig.
Wichtig: Der Pi braucht ein ordentliches Netzteil. Billige USB-Netzteile liefern oft nicht genug Strom und führen zu merkwürdigen Abstürzen. Das originale Raspberry Pi Netzteil (~EUR 10,-) ist hier die richtige Wahl.

Touchscreen (~EUR 80,-)
Der originale Raspberry Pi 7-Zoll-Touchscreen ist die zuverlässigste Wahl – er läuft auf Anhieb mit dem Pi, ohne Treiberinstallation. Mit ca. EUR 80,- ist er die teuerste Einzelkomponente, aber es gibt günstigere Alternativen ab ca. EUR 40,-, die ebenfalls funktionieren.
Der Anschluss an den Pi ist simpel. Achtet auf die Flachbandstecker – die sind empfindlich.
RFID-Leser (~EUR 10-15,-)
Jeder günstige USB-basierte RFID-Leser funktioniert. Er wird einfach in einen USB-Port des Pi gesteckt und verhält sich wie eine Tastatur. Keine Treiberinstallation nötig.
Tipp: Wenn ihr eine neue Ladung RFID-Chips bestellt, testet einen davon zuerst. Manche Hersteller kodieren die Chips anders als erwartet. Einfach den Leser an einen PC anschließen, einen Texteditor öffnen und den Chip ranhalten – dann seht ihr, was der Leser ausgibt.

Barcode-Scanner (~EUR 15-20,-)
Auch hier reicht ein einfacher USB-Barcode-Scanner. Praktisch alle Vereinsheimprodukte (Bier, Softdrinks, Snacks) haben einen EAN-Barcode. Für Produkte ohne Barcode (Kaffee, Kuchen, Übernachtung) könnt ihr euch selbst Barcodes generieren und ausdrucken.

microSD-Karte (~EUR 10,-)
Der Pi bootet von einer microSD-Karte. Mindestens 8 GB, besser 16 GB. Eine gute Markenqualität (SanDisk, Samsung) verlängert die Lebensdauer deutlich – billige No-Name-Karten können nach einigen Monaten Dauerbetrieb ausfallen.
Gehäuse (~EUR 10-20,-)
Für den aufrechten Betrieb eignet sich ein Hochkant-Gehäuse speziell für den Pi mit 7-Zoll-Screen. Für einen eher flachen, schrägen Aufbau (wie ein Kassenterminal) sind Pultgehäuse besser geeignet.

Optional: Kühlschrankschloss (~EUR 20-40,-)
Wer den Kühlschrank absichern möchte, hat zwei Möglichkeiten:
- Relaisboard (~EUR 6,-): direkt an die GPIO-Leiste des Pi angeschlossen, steuert ein elektrisches Schloss (~EUR 10-20,-). Erfordert etwas Lötarbeit oder Jump Wires.
- Wifi-Schalter (z.B. Shelly 1 Mini oder Nous A1T, ~EUR 20,-): kabellos, keine GPIO-Bastelei nötig. Einfacher einzurichten.
Gesamtkosten im Überblick
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| Raspberry Pi 3 | ~EUR 50,- |
| Touchscreen (7 Zoll) | ~EUR 80,- |
| RFID-Leser | ~EUR 12,- |
| Barcode-Scanner | ~EUR 18,- |
| microSD-Karte | ~EUR 10,- |
| Gehäuse | ~EUR 15,- |
| Netzteil | ~EUR 10,- |
| Gesamt | ~EUR 195,- |
Optional Kühlschrankschloss: +EUR 20-40,-
Software-Installation: So läuft es ab
Die Installation der Clubfridge-Kassen-Software ist mit Version 2 deutlich einfacher geworden:
- Raspberry Pi OS installieren: Mit dem Raspberry Pi Imager eine SD-Karte mit der aktuellen Version „trixie“ (mit Desktop) erstellen.
- Pi einrichten: Touchscreen, RFID-Leser und Barcode-Scanner anschließen, Pi starten, WLAN einrichten.
- Touchscreen ausrichten: Oft ist das Display anfangs auf dem Kopf. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen zum Drehen des Displays – meist reicht eine einzeilige Änderung in der Konfigurationsdatei.
- Bei Clubfridge registrieren: Unter app.adminv2.clubfridge.com/register einen Account anlegen.
- Kasse anlegen: In der Clubfridge-Administration eine neue Kasse anlegen und auf den Schraubenschlüssel klicken – die Software wird automatisch auf den Pi heruntergeladen und eingerichtet. Auf einem Pi 3 dauert das ca. 10-15 Minuten.
Lohnt sich der Selbstbau für eine digitale Getränkeverwaltung?
Ja – aus zwei Gründen. Erstens ist die Hardware günstig und im Defektfall leicht zu ersetzen. Ein kaputtgegangener RFID-Leser kostet EUR 12,- und ist in zwei Tagen geliefert. Zweitens ist die Kasse genau auf eure Bedürfnisse anpassbar: Größe, Gehäuse, Schloss – ihr entscheidet.
Wer keine Lust auf Hardware hat, kann Clubfridge übrigens auch komplett ohne Kasse nutzen – Mitglieder buchen dann über den digitalen Bierdeckel auf dem Handy.
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Dieser Artikel wurde von Clubfridge verfasst – der digitalen Getränkeverwaltung für Vereine.


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